Geschichte

1980 - 1992

Die Idee einer Obstsortensammlung – einem lebendigen Museum alter Obstsorten – ist in den frühen 80er-Jahren entstanden. Die treibende Kraft war Res Stauffer, dem damaligen Leiter der Abteilung Natur- und Landschaftsschutz beim Raumplanungsamt des Kantons Thurgau. Sie entstand im Zusammenhang mit der Planung der Umfahrung Arbon. Und so konnte 1985 der Antrag an die Landumlegungskorporation gestellt werden, geeignetes Land dafür auszuscheiden. Dies wurde möglich, weil der Zubringer zur A1 ursprünglich als Autobahn richtungsgetrennt geplant war und dann auf eine Autostrasse mit Gegenverkehr zurück gestuft worden war. Am 13. Dezember 1988 genehmigte der Grosse Rat den Erwerb von vier Hektaren Land zu einem Preis von 600'000 Franken.

1993

In den ersten 90er-Jahren wurde dann die Strasse gebaut und es konnten sogar 4 Hektar Land in Hofen für das Unternehmen "Obstsortensammlung" reserviert werden. 1993 wurde die Strasse eröffnet. Gleichzeitig wurde eine Arbeitsgruppe unter der Federführung von Heinz Daepp eingesetzt, um das Konzept auszuarbeiten und die Vereinsstatuten zu erstellen. Es sollte ein Hochstammobstgarten werden, wie es bis vor wenigen Jahrzehnten im Oberthurgau noch üblich war. Man legte sich auf einen Baumabstand von 10 mal 10 Metern fest. Jeder Baum sollte eine andere Sorte haben. Bei der Auswahl der Sorten kam der gesamtschweizerische Aufruf an die Bauern, alte Sorten zu melden, gerade recht. Urs Müller von der Zentralstelle für Obstbau im Arenenberg unterstützte die Arbeitsgruppe tatkräftig.

1994

Am 27. Mai 1994 wurde im Ochsen in Roggwil der Verein Obstsortensammlung Roggwil mit 23 Mitgliedern gegründet. Die Pflanzung der ersten 100 Bäume in der Parzelle Mitte erfolgte dann am 5. und 12. November.

2001

Als Vereinslokal für die Unterbringung der Gerätschaften konnte der Verein anfänglich den südlichen Teil des Schopfes von Johannes Tobler in Hofen mieten. 2001 zügelte dann der Verein in den nördlichen Teil des Schopfes, weil er mehr Platz bot.

2005

Anfänglich wurde der Unternutzen für Futterbau einem Landwirt verpachtet, und ab 2005 ging dann auch diese Aufgabe an Urs Heinzelmann über. Er war schon seit Beginn der Pflanzung für den Pflanzenschutz beauftragt und ist als technischer Leiter auch für die richtige Pflege, sprich Schnitt und Kronenaufbau zuständig.

2006

2006 erhielt der Verein von der Stiftung Näf den sogenannten "Taubenschlag" als Lager für die Harassen, Pfähle und weitere Utensilien geschenkt.

2010

Die Bäume entwickelten sich prächtig, so dass nach 16 Jahren seit der ersten Pflanzung bereits erstmals über 10 Tonnen Obst geerntet werden konnte.

2013

2013 ging das Präsidium von Heinz Daepp an Thomas Alder über. Leider verstarb Heinz Daepp schon am 30. Dezember 2014.

2015

Im Frühling 2015 fand die Obstsortensammlung Roggwil in ihrer Ausdehnung einen vorläufigen Abschluss mit der Pflanzung von 66 verschiedenen Nussbäumen auf der gepachteten Parzelle Kellers Wiese südlich des Hegibaches.

2016

Durch die Initiative von Robert Piffrader erhält die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ein neues Gewand. Das Infoblatt heisst neu „Obstpresse“ und erscheint in neuer Aufmachung ebenfalls zweimal jährlich, und die Website wird übersichtlicher und neu gestaltet.

2017

Ein Spätfrost bis minus 7 Grad zerstört die Kirschbaumblüten. Es gibt einen Totalausfall bei den Kirschen – mit einer Ausnahme: die Weichsel. Bruno Gsell kreiert zum ersten Mal einen Apfelcidre aus den Wilerrot Äpfeln.

2018

An der Hauptversammlung wird intensiv über die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung diskutiert. Sie findet keine Mehrheit, aber der Vorstand verspricht, schrittweise eine ökologischere Pflege zu machen und verzichtet auf die Anwendung von Herbizid bei den Baumscheiben. Der Kanton beginnt mit dem Umbau der Liegenschaft in Hofen.

2019

Die Ökologisierung schreitet voran, und zum ersten Mal wird ein Teil der Wiesenflächen erst nach dem 15. Juni gemäht, Asthaufen gebildet und weitere Nistkästen aufgehängt, damit Ökobeiträge geltend gemacht werden können. Auch eine Blumenwiese wird angesät und mit einer bescheidenen Weidensammlung wird die Parzelle Nord ergänzt. Das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Vereins wird am Sonntag, den 18. August mit einem Fest für Mitglieder und geladene Gäste durchgeführt. 260 Personen feiern in einem Zelt südlich der Liegenschaft bei Musik, Vorträgen und gutem Essen und Trinken den 25. Geburtstag des Vereins Obstsortensammlung Roggwil.