25. Hauptversammlung, 1. März 2018

An der diesjährigen Hauptversammlung traten die statutarischen Traktanden ganz in den Hintergrund gegenüber dem Hauptthema, nämlich dem Pro und Contra betreffend biologischer Bewirtschaftung in Hofen.

Der Ochsensaal in Roggwil war wieder sehr gut gefüllt, als am Donnerstag, den 1. März 2018 der Präsident Thomas Alder die 25. Hauptversammlung des Vereins Obstsortensammlung Roggwil eröffnete. Schon zu Beginn gab er bekannt, dass das Hauptthema an diesem Abend die Diskussion und Beschlussfassung über die biologische Bewirtschaftung sein werde und demzufolge kein Vortrag vorgesehen sei. Die statutarischen Traktanden konnten rasch abgehandelt werden. Ulla Leutenegger vermeldete in der Erfolgsrechnung einen Gewinn von fast 8‘000 Franken. Für das nächste Jahr ist dann ein Verlust von Franken 48‘377 budgetiert, weil endlich einmal die Kühlzelle angeschafft werden kann zur besseren Lagerung der Früchte. Wir alle hoffen ja, dass mit dem Umbau in Hofen diesen Sommer begonnen wird. Urs Heinzelmann erläuterte die vorgesehenen Arbeiten in Hofen, welche nebst den üblichen Einsätzen zum ersten Mal das Schneiden der Nussbäume beinhaltet.

Und dann ging es zum „heissen“ Thema: Bio oder IP. Einleitend erklärte Thomas Alder, dass der Pflanzenschutz in unserm Obstgarten nach den Richtlinien der integrierten Produktion (IP) und in reduziertem Mass, nämlich nur fünf Mal, durch Urs Heinzelmann fachgerecht und gewissenhaft ausgeführt wird. Der Antrag von Christa Wellauer von der letzten Hauptversammlung her lautete nämlich, dass der Betrieb in Hofen umzustellen sei auf Bio. Der Vorstand hatte sich im Laufe des Jahres intensiv mit dem Pro und Contra auseinander gesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass dies für die Obstsortensammlung keine Option sei. Der Aufwand wäre viel höher, das Ergebnis durch befallene Früchte zu gross, die Gefahr durch das Absterben einzelner Bäume und dadurch der Verlust einzelner Sorten nicht zu verantworten. Dem gegenüber aber stand die Forderung nach umweltbewussterem Umgang mit der Natur, dem Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel, Herbiziden und Kunstdünger.

Die Grundlage für eine intensive Diskussion war gelegt und wurde auch ausgiebig benutzt. Thomas Alder verstand es ausgezeichnet, den Befürworten und Gegner des biologischen Pflanzenbaus entsprechenden Raum zu geben und die Voten waren sachlich, hin und wieder gespickt mit Emotionen, aber immer fair und konstruktiv. So wurde von den Befürwortern von Bio immer wieder an die Verantwortung unsern Enkeln gegenüber (Enkeltauglichkeit), der Gefährlichkeit einzelner Giftstoffe und der Forderung, dem Trend der Zeit zu folgen, nämlich Bio, hingewiesen. Diejenigen, die den Status Quo behalten möchten, machten geltend, dass ungeniessbare Früchte nicht unser Ziel sein könne und die bisherige Bewirtschaftung sehr gut sei und nur deshalb unser Obstgarten zu den drei schönsten und wichtigsten Obstsortensammlungen der Schweiz gehöre. Und diesen Status gelte es zu erhalten und nicht durch Experimente zu gefährden.

Die Abstimmung ergab dann eine knappte Mehrheit für die Beibehaltung der jetzigen Strategie. Die nicht übersehbare Gruppe der Befürworter von Bio müsse aber ernst genommen werden und der Vorstand werde mögliche Anpassungen genau prüfen und gegebenenfalls umsetzen. 

Sind wir gespannt, was diese Diskussion längerfristig auslösen wird. An einem Zusammenhalt von Befürwortern wie Gegnern und damit einer optimalen Entwicklung unserer Anlage sind ja alle sehr interessiert.