25 Jahr-Jubiläumsfeier vom Sonntag, 18. August 2019

Wolkenloser Himmel lädt über 250 Besucher ein

Bei wolkenlosem Himmel und fast ein bisschen zu heisser Witterung konnte der Verein Obstsortensammlung Roggwil vergangenen Sonntag sein 25 jähriges Bestehen feiern. Den Auftakt machte die Musikgesellschaft Roggwil. Sie spielte im Schatten der nahestehenden Zwetschgenbäume und lud die zahlreichen Besucher ein, mit einem Apéro aus Cidre von Wasserbirnen, kreiert von Bruno Gsell, in das Fest einzutauchen. Der Präsident begrüsste die gut 250 Anwesende, nämlich Mitglieder mit ihren Partnerinnen und Partnern sowie zahlreiche Gäste mit einem kurzen Rückblick auf die Vereinsentwicklung. Nicht nur die Zahl der Hochstammbäume entwickelte sich im Laufe der letzten 25 Jahre stetig, sondern auch die Zahl der Mitglieder ist von anfänglich 80 auf beinahe 500 angestiegen. Eine wunderbare Entwicklung!

Obstsortensammlung ist Biodiversität

Dann aber lud der Vortrag von Markus Hardegger vom Bundesamt für Landwirtschaft ins Zelt zu seinem Vortrag: Schatztruhe alter Obstsorten in der Ostschweiz, ein. Ein Anliegen, welches schon an der UNO Konferenz für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 in Rio proklamiert worden war, setzten aktive Pomologen unter der Führung von Heinz Daepp im Jahr 1994 in die Tat um, indem sie den Verein Obstsortensammlung Roggwil gründeten und alte Obstsorten, welche sonst in Vergessenheit geraten wären, pflanzten. Dies zu einer Zeit, als Biodiversität den meisten noch ein Fremdwort war.

Hervorragende Verpflegung

Das Mittagessen, geliefert durch die Seelust und serviert von schickem Servierpersonal in einheitlichem Tenue erfreute alle. Es schmeckte vorzüglich, und niemand musste lange auf den Service warten. Eine Topleistung! Es brauchte auch niemand das Portemonnaie zu öffnen, denn das Motto: „wir feiern uns selbst“ verpflichtete den Verein dazu, die Kosten zu übernehmen.

Glücksfall Hofen

Nach der Verköstigung stieg Raimund Hipp, langjähriger Leiter der Abteilung Natur- und Landschaftsschutz beim Amt für Raumentwicklung und Wegbegleiter des Vereins ans Rednerpult und beleuchtete aus seiner Sicht die damalige Entwicklung im Oberthurgau mit der Umfahrungsstrasse Arbon. Dass Andreas Stauffer, sein Vorgänger zur Zeit der Gründung des Vereins am Zustandekommen der Obstsortensammlung massgeblich beteiligt war, musste erwähnt werden. Es war ein Kuriosum, dass der Bau einer Strasse die Realisierung der Sammlung erst ermöglichte. Hauptgrund war erworbenes Land, welches dem Kanton gehörte und das nicht mehr für den Strassenbau benötigt wurde, weil die ursprünglich 4 spurige Strasse auf 2 Spuren verkleinert worden war.

Übergabe der renovierten Räumlichkeiten

Regierungsrat Jakob Stark überbrachte die Grüsse des Kantons und übergab gleichzeitig symbolisch die neu renovierten Räumlichkeiten dem Verein zur Nutzung. Er würdigte auch die vielen Stunden Fronarbeit, welche die Mitglieder des Vereins aufbrachten, indem sie das Vereinslokal weitgehend selbständig isolierten und täferten. Damit stehen nun auch ein Kühlraum, korrekte Toiletten und ein Büro dem Verein zur Verfügung. Spasseshalber meinte er, dass nach weiteren 25 Jahren der Verein die Liegenschaft durchaus dem Kanton abkaufen könnte.

Zukunftsbaum Maulbeere

Als letzter Programmpunkt war die Pflanzung eines „Zukunftsbaumes“ vorgesehen. Walter Kradolfer erläuterte, weshalb gerade ein Maulbeerbaum dazu ausgewählt worden war und warum der Verein nicht nur rückwärtsblickend orientiert ist, was man mit alten Sorten ja meinen könnte, sondern auch in die Zukunft schaut und dabei zuversichtlich die nächsten 25 Jahre angeht.

Unterhaltung mit der Musikformation Seehofer

Vor und nach der Baumpflanzung spielte die Musikformation Seehofer auf und unterhielt auf eine gute Art das Zusammensein. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende entgegen. Viele gute Gespräche wurden geführt und alte Bekanntschaften aufgefrischt. In jeder Hinsicht ein gelungener Anlass!

Und wie fleissige Hände alles tadellos aufgebaut hatten, so räumten sie auch in kurzer Zeit alles wieder zusammen, sodass nur noch gute Erinnerungen an das Fest bleiben, welche mit den Fotos von Robert Piffrader sehr gut unterstützt werden.

Danke vielmals!

Für das Organisationskomitee, Walter Kradolfer